arnoldsche Dimog gesamtkunstwerke Hannover Arne-Jacobsen-Foyer Hendrik Bohle

Arne Jacobsens Gesamtkunstwerke in Berlin

Gesamtkunstwerke – Architektur von Arne Jacobsen und Otto Weitling in Deutschland
Felleshus – Nordische Botschaften, Berlin, 30.10.2020–10.1.2021

Der dänische Designer und Architekt Arne Jacobsen beherrschte das Entwerfen von der kleinsten Gabel bis zum monumentalen Rathaus. Weniger bekannt ist jedoch, dass er zudem in enger Partnerschaft mit dem ebenfalls dänischen Architekten Otto Weitling eine Reihe von Projekten in Deutschland realisierte – eine Zusammenarbeit, die Zeichen für die Entwicklung der modernistischen Architektursprache setzte.

Die Geschichte dieser Gebäude und deren Rezeption über die Zeit verraten bis heute viel von ihrer Entstehungszeit und den ihnen vorangehenden Ideen und Visionen – aber auch vom engen Zusammenhang von Architektur, Stadt und Politik.

Die aktuell in den Nordischen Botschaften, Berlin, eröffnete Ausstellung und das dazu in unserem Programm erschienene Buch beleuchten das Werk der Architekten in Deutschland. Hier haben sie Projekte in verschiedenen Maßstäben umgesetzt: vom lichten Arne-Jacobsen-Foyer in Hannover über eine Wohnhausgruppe im Berliner Hansaviertel, dem Rathaus in Mainz bis zum Hamburger Christianeum oder dem HEW-Hochhaus in der City Nord bis zu städtebaulichen Anlagen wie dem Forum Castrop-Rauxel oder der Ferienanlage Burgtiefe auf Fehmarn – hier wird deutsch-dänische Architekturgeschichte sichtbar.

Ein Ausstellungsprojekt im Rahmen des deutsch-dänischen kulturellen Freundschaftsjahres 2020.

Die weitere Stationen und Termine der wandernden Ausstellung finden Sie auf der Projekt-Website: www.gesamtkunstwerke.eu

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Bente Sætrang im Kunstnerforbundet Oslo

Ein Rest an Notwendigkeit
Kunstnerforbundet, Oslo (NO), 22.10.–22.11.2020

Bente Sætrangs textile Forschung bewegt sich im Grenzgebiet von Analyse und Intuition, Plan und Zufall, zwischen geometrischen Systemen und logischen Verschiebungen. Sie hat sowohl als aktive Künstlerin als auch als erste norwegische Professorin für Textilien die Entwicklung der norwegischen Textilkunst in erheblichem Maße beeinflusst und stimuliert. Sætrangs künstlerische Praxis reicht bis ins Jahr 1974 zurück. Bekannt geworden ist sie für ihre mit Acryl, Autolack, Sandpapier und Bleistiften gezeichneten Faltenwürfe auf rauen Planen. Ihr Vorgehen, sich vom Material leiten zu lassen und dadurch zu neuen Denkweisen zu finden, sollte zu einem Grundprinzip ihrer Kunst werden.

Bente Sætrang begann einst mit einer besonderen Färbemethode, genannt Indigosol. Nun, 20 Jahre später, belebt sie diese Technik erneut. Das Farbpigment wird mit verschiedenen Chemikalien vermengt, doch zunächst muss diese Mischung auf dem Material getestet werden, bevor sie mit Schwefelsäure angereichert und dadurch erst haltbar gemacht werden kann. Die gefärbten Stoffe müssen in Lauge neutralisiert, gekocht und schließlich getrocknet werden. Doch das Ergebnis rechtfertigt den unglaublichen Aufwand: Auf den Textilien erreicht die Farbe eine ausgeprägte Tiefe und Klarheit.

Die Ausstellung im Osloer Kunstnerforbundet umfasst zehn neue Textilarbeiten und etwa vierzig Zeichnungen in Kohle und Pastell auf Papier. Während die Textilien auf einem erfahrungsbasierten Prozess basieren, dokumentieren die Zeichnungen intuitive Ideen, Experimente und sogar Reisehinweise. Das Zusammenspiel von Textilien und Zeichnungen zeigt die Kontinuität, die in ihrer künstlerischen Arbeit zugrunde liegt.

Bente Sætrang Nina M. Schjønsby arnoldsche textil art print colour

 

Im Zusammenhang mit der Ausstellung ist eine von Nina M. Schjønsby herausgegebene Monografie mit Texten von Vigdis Hjorth, Tommy Olsson, Gunvor Nervold Antonsen, Ingrid Lønningdal, Maria Inez Rorigues und Jessica Hemmings in unserem Programm erschienen.

Online-Buchpräsentation im Kunstnerforbundet, Oslo (auf Norwegisch): https://www.facebook.com/watch/?v=954913328367523

 

Karl Fritsch Galerie Zink Ruby Gold Ring arnoldsche

Karl Fritsch in der Galerie Zink

Ruby Gold, Galerie Zink, Seubersdorf (DE), 12.9.–18.10.2020; Eröffnungswochenende: 12.–13.9.2020, 14.30–19.00 Uhr

Begegnet man Karl Fritsch persönlich, steht ein etwas lausbübischer Allgäuer vor einem, ohne jegliche Allüren und von unschlagbarem Charme. Doch seine Arbeiten befinden sich längst in allen wichtigen Museumssammlungen der Welt, seine Werke werden in den wichtigsten Galerien für zeitgenössischen Schmuck ausgestellt, Schmuckaficionados weltweit tragen seine Ringe.

Karl Fritsch absolvierte eine klassische Ausbildung als Goldschmied, bevor er an der Münchner Akademie bei Hermann Jünger und Otto Künzli studierte. Wie kaum ein anderer beherrscht er sein Handwerk. Das gibt ihm die Möglichkeit, sich über alle Regeln der klassischen Goldschmiedekunst hinwegzusetzen: Er durchbohrt Diamanten und fixiert sie mit zwei rostigen Nägeln auf einem Goldring, er versenkt Saphire, Rubine und Smaragde in unprätentiösem Aluminium, und auf einem Ring aus Weißgold steht „Nudelsuppe“ geschrieben. Provokation liegt ihm fern, aber Fritsch misstraut Konventionen und spürt dabei dem Wesen des Schmucks nach. Die Ringe von Karl Fritsch sind nicht nur besonders, sondern auch wunderschön Es ist ein Vergnügen, diese kleinen Skulpturen für die Finger zu tragen. Sie repräsentieren die große Freiheit, mit der sie Karl Frisch entworfen hat.

Zur Ausstellung Ruby Gold in der feinen Galerie Zink erscheint ein handlicher aber umfangreicher Katalog in unserem Programm, der sich in Makro-Aufnahmen der Schönheit der einzelnen Schmuck-Unikate widmet.

Die Ausstellung wird am 12. und 13. September von 14.30–19.00 Uhr eröffnet und zeigt über 100 Unikate des 1963 geborenen Künstlers. Ab dem 17. Oktober wird die Ausstellung mit Fotografien des holländischen Fotografen Paul Kooiker erweitert.

Claus Bury Landungsbrücke Fellbach arnoldsche Dirk Allgaier Ausstellung Galerie

Claus Bury – Raumkonzepte

Galerie der Stadt Fellbach, 10.9.–22.11.2020
Eröffnung: Donnerstag, 10.9.2020, 19 Uhr
Konzert des Bläserquintetts des SWR Symphonieorchesters an der Landungsbrücke: Freitag, 25.9.2020, 16 Uhr

Claus Bury, geb. 1946, ist für seine begehbaren Großskulpturen bekannt, der von ihm konstruierte Bitterfelder Bogen aus dem Jahr 2006 fand landesweite Beachtung.
Der international tätige Künstler entwarf auch die sogenannte Landungsbrücke Fellbach, die im Jahr 2009 der Öffentlichkeit übergeben wurde. Die 24 Meter lange Stahlskulptur, deren Rampe sechs Meter über der Wasseroberfläche endet, ist ein signifikanter Orientierungspunkt am Neckar und bietet, in einer Flussschleife gelegen, fantastische Ausblicke auf die örtliche Kulturlandschaft.
Die Ausstellung in der Galerie der Stadt Fellbach präsentiert Modelle und Zeichnungen zur Landungsbrücke und zu verschiedenen anderen zentralen Werken des Künstlers, darunter auch die frühen Modelle, mit denen Bury an der 4. Triennale Fellbach 1989 teilnahm.

Begrüßung: Johannes Berner, Erster Bürgermeister der Stadt Fellbach

Einführung: Dirk Allgaier, Verleger, arnoldsche Art Publishers

Der Künstler ist anwesend.

Die Zahl der Teilnehmer ist auf 55 Personen begrenzt, Anmeldung bitte unter kulturamt@fellbach.de

Claus Bury arnoldsche Poesie der Konstruktion

 

Eine umfassende und reich bebilderte Monographie
zu Claus Bury ist erst kürzlich bei uns im Programm erschienen.

Enric Mestre stoneware sculpture artist art arnoldsche exhibition modern shapes antwerp minimalism

Enric Mestre in Antwerpen

Modern Shapes Gallery, Antwerpen (BE), 10.9.–4.10.2020, Eröffnung: Donnerstag, 10.9.2020, 17 Uhr

Die Modern Shapes Gallery in Antwerpen präsentiert das minimalistische und zugleich intime Werk des spanischen Künstlers Enric Mestre. In den letzten Jahren konnte man beobachten, wie die künstlerische Keramik an Popularität gewonnen und der Ton von zeitgenössischen Künstlern als künstlerisches Ausdrucksmittel zurückerobert wurde. Diese Prozesse wirkten auf die gesamte Szene befreiend und erhöhten die Sichtbarkeit einer bis dato häufig marginalisierten Kunstform. Enric Mestre gilt einer jener Meister, die dazu beigetragen haben, den Weg für die künstlerische Befreiung des Mediums zu ebnen.

Durch Hingabe und Engagement hat Mestre die technischen Grenzen dieses anspruchsvollen und doch bescheidenen Materials erweitert. Als einer der bedeutenden Künstler der spanischen Schule wird sein Name in einem Atemzug mit Künstlern wie Jorge Oteiza und Eduardo Chillida genannt.

Enric Mestres skulpturale Objekte wirken nüchtern, fast streng. Doch der Schein kann trügen: Diese Skulpturen haben eine ungeheure poetische Kraft, die direkt zu den Betrachter*innen zurückblickt. Seine Skulpturen beherrschen das Imaginäre und fordern einen kontemplativen Austausch.

Eine umfassende Publikation zu seinem Werk ist erst kürzlich in unserem Programm erschienen.

 

Enric Mestre arnoldsche modern shapes exhibition ausstellung ceramic art Keramik Kunst Minimalismus minimalism

Beitragsabbildung: Stoneware sculpture, 1995, 50 x 135 x 40 cm

arnoldsche Gunnar Gundersen Jan Kokkin Sørlandets Sorlandets Kunstmuseum Ausstellung Exhibition Ustilling Modernim Moderne Tollefsen

Ausstellung Gunnar S. Gundersen

Sørlandets Kunstmuseum, Kristiansand (NO), 4.9.2020–24.1.2020
Eröffnung: 3. September 2020

Das rennomierte Sørlandets Kunstmuseum im südnorwegischen Kristiansand präsentiert ab September die Werke von Gunnar S. Gundersen (1921–1983), einem der wichtigsten Nachkriegskünstlers Norwegens. Dort setzte er in den 1950er- und 1960er-Jahren wesentliche Impulse zur Entwicklung der nicht-figurativen und konkreten Malerei. Seinen eigenen Stil formulierte er in den 1960er-Jahren aus. Er ist bekannt für farbmächtige Werke, Science-Fiction-Romane und technische Entwicklungen wie die Atomspaltung dienten ihm als Inspirationsquellen. Gundersen gilt als einer der wenigen konkreten Künstler in Skandinavien.

Gunnar S. Gundersen zeigte seine Arbeiten noch zu Lebzeiten in etwa 20, teils öffentlichen, teils privaten Ausstellungen. Für viele Norweger ist er wegen seiner Wandgestaltungen in öffentlichen Gebäuden ein Begriff. Wie für viele norwegische Künstler ist die Auseinandersetzung mit der angewandten Kunst und Kunst am Bau auch für Gundersen ein wichtiger Teil seines Werkes.

Die von Jan Kokkin verfasste ausführliche Mongrafie ist kürzlich bei uns im Programm erschienen.

arnoldsche Gunnar S. Gundersen Jan Kokkin Norwegen Norway Painting Concrete art postwar Malerei Konkrete Kunst

Beitragsabbildung: Gunnar S. Gundersen 1960, Foto: © Kjell Sten Tollefsen / BONO 2020

Kadri Mälk arnoldsche Hunt Leib Talinn Estland Book launch August 2020

Kadri Mälk – Hunt:

Buchpräsentation, Restaurant Leib, Tallinn (EST), 30.8.2020, 18 Uhr

Kadri Mälk präsentiert ihre Publikation HUNT: (ein doppeldeutiger Begriff, der auf Englisch die Jagd, wie auf Estnisch den Wolf bedeutet), in der sie erstmals ihre eigene Sammlung zeitgenössischen Künstlerschmucks in den Mittelpunkt stellt. Da Schmuck dazu bestimmt ist, getragen zu werden, werden nicht nur die Stücke auf dem Papier inszeniert, vielmehr posieren ihre Künstlerkollegen und -kolleginnen auch in Porträts neben oder mit den Lieblingsstücken.
Der jagende Wolf wird hier zum Sinnbild der Sammlerin, die Objekte der Begierde erscheinen klar als lebenserhaltende Beute. Doch wie bei allen Metaphern ist bei der Auslegung Vorsicht geboten: Denn während die erfolgreiche Jagd des Wolfes mit dem Tod der Beute endet, ist der Übergang der Schmuckstücke in Kadris Sammlung gleich einem Übergang in eine neue Seinsform. Die Inszenierung der Objekte im Buch, wie sie an und auf den Körpern von Freundinnen und Weggefährten getragen werden, erweckt den Schmuck einmal mehr zum Leben.

 

Kadri Mälk (*1958) bezeichnet sich als Metaphysikerin aus Berufung. Ihre Inspiration schöpft sie aus dem Dunkel der Nacht und der Farbe Schwarz.
In den 1980er-Jahren studierte sie an der estnischen Kunstakademie in Tallinn bei Leili Kuldkepp Schmuckkunst, gefolgt von Studien der Edelsteinkunde und Steinbearbeitung in Sankt Petersburg, bei Bernd Munsteiner im Hunsrück sowie im finnischen Lathi. 1996 kehrte sie als Professorin für Schmuck und Schmiedekunst an die Kunstakademie in Talinn zurück, wo sie mit so spektakulären Veranstaltungen wie Nocturnus, einem international besetzten Nacht-Symposium im Jahr 2001 Aufsehen erregt und für den Studioschmuck wirbt.
Mälks Werk wurden international Einzelausstellungen gewidmet, und ihre Schmuckarbeiten sind in Museen und öffentlichen Sammlungen von London über Brasilien bis nach Moskau zu sehen. Zu ihren Publikationen zählen neben dem Katalog Nocturnus (2001) u.a. Ornament as a Crime (1998, mit Christer Jönsson), Just Must (2008), Chroma/Monochroma (2007) und Castle in the Air (2011, mit Tanel Veenre) – einem Band zu Arbeiten der estnischen Schmuckkunst-Gruppe õhuLoss (dt. luftSchloss), die Mälk 1999 als Mentorin begründet hat.

hunt kadri maelk mälk arnoldsche collection jewellery jewelry studio

Aufmacherbild: Beata Ratsanik wears
Ruudt Peters, Hun, hong tai yang, 2013
Brooch: bluestone, silver

Ausstellung Tikimania

Museum Fünf Kontinente, München, 10.7.2020–28.2.2021
Künstlergespräch: 16.7.2020, 16 Uhr (Anmeldung erforderlich)

Die Ausstellung Tikimania präsentiert Werke des Malers Bernd Zimmer zusammen mit Südsee-Objekten aus dem Museum Fünf Kontinente, München. Die ungewöhnliche Schau zeigt europäische Kunst und ozeanische Kultur in einem überraschenden Zusammenspiel.

Der 1948 in Planegg bei München geborene Bernd Zimmer ist einer der wichtigsten Vertreter der „Heftigen Malerei“. 1973 zog der Verlagsbuchhändler und Buchgestalter, Philosoph und Religionswissenschaftler nach West-Berlin, eine ideale Insel-Umgebung für die aufblühende Szene einer später als „Junge Wilde“ bezeichneten Malerbewegung. In Kreuzberg gründete er 1977 mit Rainer Fetting, Helmut Middendorf, Salomé und weiteren Künstlern und Künstlerinnen die Galerie am Moritzplatz. Mit großer gestischer Vehemenz und starker Farbsinnlichkeit entwickelte sich eine neue expressive Malerei. 1980 gelang Bernd Zimmer der künstlerische Durchbruch mit der Ausstellung „Heftige Malerei“ im Haus am Waldsee, Berlin. Zimmers Landschaftsbilder waren und sind ein Resultat seiner äußerst präzisen und sehr eigenen Beobachtungsgabe, die er auf vielen Reisen ausgebildet, weiterentwickelt und vervollkommnet hat.

1995 führte ihn einer seiner zahlreichen Reisen zu der Inselgruppe der Marquesas in der Südsee. Die Mehrzahl seiner von den Marquesas inspirierten Werke zeigt sogenannte „Tiki“. Der polynesische Begriff bezeichnet eine menschenähnliche, oft mit übernatürlichen Qualitäten versehene Gestalt. Tiki-Figuren sind meist aus Holz, Knochen oder Zahn geschnitzte bzw. aus Stein gehauene Skulpturen.

Tikimania spürt der europäischen Rezeption nach und setzt die Werke Bernd Zimmers mit Geschichte und Kultur der Marquesas-Inseln und wirkmächtigen westlichen Phantasien in Beziehung.
Die Publikation zur Ausstellung erzählt von dieser Tikimania – in zahlreichen Bildern Bernd Zimmers, wie von Tikis aus den Sammlungen, aber auch in Berichten und Essays über Paul Gaugin, Herman Melville, von Menschenfresserlegenden bis zum amerikanischen Tiki-Pop.

Tikimania Bernd Zimmer Marquesas Südsee Museum Fünf Kontinente Gaugin Melville

Beitragsabbildung: Tiki. Ua Pou (Detail), 1996
© Bernd Zimmer, VG Bild-Kunst Bonn, 2020

 

Sibylle Mania Ateliers Frank Motz arnoldsche Fotografie Photography Photographie Hela Paris Möhwald Weimar Berlin Schwarz-Weiß MARTIN NEUBERT

Sibylle Mania – Blicke in 19 Ateliers

ACC Galerie Weimar, 16.7.–16.8.2020
Buchpräsentation: 16.7.2020, 19 Uhr

Die Weimarer Künstlerin Sibylle Mania hat über zehn Jahre hinweg die Ateliers von Malern, Bildhauern, Keramikern, Fotografen, Metallgestaltern und Grafikern portraitiert. Ihre Bilder sind Fenster in die Welt künstlerische Prozesse, in der sich geheimnisvolles Chaos mit produktiver Effizienz vermengen. Die Künstlerinnen und Künstler selbst bleiben in den analog aufgenommenen, intimen Interieurs unsichtbar.

Sibylle Mania tritt als Fotografin selbst zurück und gibt uns mit ihren sorgfältig ausgewählten Ausschnitten der unberührten Ateliers die Möglichkeit, selbst einzutauchen in einen Ort, an dem die Inspiration jederzeit zur konkreten Form finden kann. Die eindrücklichen Schwarz-Weiß-Fotografien zeigen den Kunst- als Urzustand, lassen uns das in einer holistischen Mannigfaltigkeit gründende handwerkliche Gestalten wiederentdecken. Damit abstrahiert Sibylle Mania vom Werk und rückt den Prozess, das Leben in den Vordergrund.

Erhalten Sie Einblicke in die Ateliers von: Mary Bauermeister, Helmut Brade, Robert Krainhöfner, Martin Neubert, Vratislav Karel Novák, Rolf & Felix Lindner, Tea Mäkipää, Gertraud Möhwald, Martin Möhwald, Otto Möhwald, Helga Paris, Bruno Raetsch, Charlotte Sehmisch, Bettina Schünemann, Klaus Schultze & Nica Haug, Ludmila Šikolová, Elisa Sorg, Ulrike Theusner und Peter Zinecker

In der Ausstellung in der ACC Galerie Weimar werden weitere Atelierporträts zu sehen sein. Darunter die bis 2011 erhalten gebliebene Werkstatt des Buchbindermeisters und Kunsteinbandgestalters Otto Dorfner (1885–1955) in Weimar und jene der Kürschnermeisterin Hella Krabbes (1937–2015) im Schlösschen von Jena-Wöllnitz, das Sägewerk des Tischlers Peter Lantzsch im erzgebirgischen Hermsdorf und das Atelier des Malers, Grafikers und Restaurators Philip Oeser (1929–2013) in Taubach bei Weimar.

Die Publikation Sibylle Mania: Blicke in 19 Ateliers erscheint in unserem Programm.
Sibylle Mania Ateliers Frank Motz arnoldsche Fotografie Photography Photographie Hela Paris Möhwald Weimar Berlin Schwarz-Weiß

 

 

Buchpräsentation:

Grußwort: Dirk Allgaier, arnoldsche Art Publishers, Verleger

Einführende Worte: Frank Motz, ACC

Zum Abschluss: Performance Puro Rollo des mexikanischen Künstlers Victor del Oral

 

 

Beitragsbild: Martin Neubert, Keramiker, Weimar, November 2019

Young-Jae Lee Spinatschalen Schalen Teeschalen Koreanisch Korea Porzellan Glasur Steinzeug Magaretenhöhe Essen arnolsche Das Grün in den Schalen Nadine Engel Gisela Jahn

Young-Jae Lee – Spinatschalen

Galerie Greve, Köln, 19.6.–29.8.2020
Booksigning: Freitag, 21.8.2020, 17.00–19.00 Uhr, in Anwesenheit von Young-Jae Lee und Frau Dr. Engel vom Folkwang Museum

Die Kölner Galerie Karsten Greve präsentiert Keramiken der koreanischen Künstlerin Young-Jae Lee. Gezeigt werden 160 Spinatschalen – Speise- und Trinkschalen aus einem Schaffenszeitraum von fast zwanzig Jahren. Ihre Spinatschalen sind in der Auseinandersetzung mit der Geschichte der Teeschale entstanden. Ihren besonderen ästhetischen Reiz erhalten die kleinformatigen, bauchigen Gefäße durch die vielfältigen Keramikglasuren.

Young-Jae Lee, 1951 in Seoul geboren, kam 1972 nach Deutschland, studierte in Wiesbaden und unterhielt ein eigenes Atelier in Heidelberg. Seit 1987 leitet sie die traditionsreiche Keramische Werkstatt Margaretenhöhe in Essen. Bauhaus-Prinzipien sind ein wesentlicher Leitfaden in Young-Jae Lees Streben nach Vervollkommnung der Formsprache und Farbskala ihrer Essener Manufaktur. Zugleich befragt sie Tradition und Rezeption der koreanischen Keramik.

Koreanische Keramiktrends hatten Einfluss auf die Entwicklung japanischer Keramik und Porzellane, die in der europäischen Rezeption zum Inbegriff asiatischer Keramik wurden. Im 16. Jahrhundert produzierten koreanische Keramiker Trink- und Speiseschalen ausschließlich als Teeschalen für den japanischen Markt und förderten auf diesem Wege eine neue großartige Keramikkultur. Das 16. Jahrhundert war das goldene Zeitalter der koreanischen Keramik. Inspiriert durch die Meister der Joseon-Dynastie (1392–1897) schuf Young-Jae Lee ihre eigenen formschönen und einfachen Keramiken. Sie eignete sich die Form der historischen koreanischen Schale an und widmete sie um zu ihrer eigenen Trink-und Speiseschale – die Spinatschale.

Mit Young-Jae Lee präsentiert die Galerie Karsten Greve in Köln eine Mittlerin zwischen koreanischer und japanischer, asiatischer und europäischer Kultur, die in ihren Arbeiten die uralte Tradition koreanischer Keramik mit der europäisch geprägten Moderne verbindet.

Einen Überblick über den Variationsreichtum von Young-Jae Lees Keramiken bietet die Publikation Das Grün in den Schalen.

Young-Jae Lee Das Grün in den Schalen arnoldsche Nadine Engel Gisela Jahn Spinatschale

 

 

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