Jorunn Veiteberg
The Poetry of Material / La Poesia della Materia
ANNAMARIA ZANELLA
Mit Beiträgen von Rosemarie Jäger, Renzo Pasquale, Matthew Drutt, Nancy Olnick, Roderick Conway Morris, Christianne Weber-Stöber, Olga Zobel, Roberta Bernabei, Andrea Colasio, Karl Bollmann und Mirella Cisotto. 160 Seiten 22 x 28 cm, ca. 150 Abb. in Farbe
Englisch / Deutsch / Italienisch

ANNAMARIA ZANELLA. Die Poesie des Materials

Inspiriert von der Arte Povera-Bewegung kombiniert die in Padua lebende, italienische Schmuckkünstlerin Annamaria Zanella alltägliche Materialien wie Kunststoff, korrodierten Stahl oder auch Fundstücke mit edlen Metallen. Häufig zeichnen sich ihre Arbeiten durch einen starken Farbakzent aus. Das von ihr nach einer Rezeptur aus dem 14. Jahrhundert hergestellte blaue Pigment gilt als unverwechselbares Merkmal vieler ihrer Schmuckstücke.
€ 38,00 inkl. MwSt.
Als eine der bedeutendsten Vertreterinnen der Schule von Padua, der Giampaolo Babetto mit seinen minimalistischen Arbeiten in den späten 1960er Jahren zum internationalen Durchbruch verhalf, bedient sich Annamaria Zanella einer vornehmlich abstrakten Formensprache, die jedoch ihren Bezug zu Materialien aus Alltag und Natur nicht verbirgt.
Immer wieder verarbeitet die Schmuckkünstlerin in ihren Arbeiten persönliche Eindrücke und Erlebnisse – etwa wenn sie mit Glassplittern an einem Goldring auf einen Autounfall verweist oder mit leeren Pillenkapseln auf eine ärztliche Behandlung. Ihre jüngeren Objekte lassen sich verstärkt auch als sozialkritische Kommentare etwa zu Intoleranz, Ausländerfeindlichkeit oder übersteigertem Nationalismus lesen – tragbare künstlerische Statements zu Fragen, in welcher Ge- sellschaft wir eigentlich leben wollen. Trotz ihres hohen ästhetischen Anspruchs steht in den Objekten von Annamaria Zanella nicht die Kostbarkeit der Edelmetalle oder wertvollen Steine im Vordergrund. Der wichtigste Aspekt liegt für sie in der Erforschung der Materialien beim Gestalten, ihrer Transformation – etwa durch Oxidation – so wie in der poetischen Kraft der skulpturalen Formen.
Die Monografie über die zweifache Herbert-Hofmann-Preis- trägerin bietet einen umfassenden Werküberblick von den frühen 1990er-Jahren bis heute und stellt mehr als 50 bislang unveröffentlichte Arbeiten aus den letzten sechs Jahren vor. Schmuckexperten und langjährige Wegbegleiter untersuchen das Werk aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Großformatige Abbildungen und Details führen dem Leser die künstlerische und technische Meisterschaft Annamaria Zanellas eindrücklich vor Augen.